Demo Berlin - 11. Juni 2026: Die Luft ist raus.
Gestern standen wir auf der Straße. Nicht im Hintergrund, nicht in Ausschüssen, sondern sichtbar, gemeinsam und unmissverständlich mitten in Berlin. Therapeutinnen und Therapeuten aus ganz Deutschland. Vereint in einer Botschaft. Die Versorgung bricht weg und die Politik schaut zu. Praxen schließen. Wartezeiten steigen auf ein Niveau, das Patienten faktisch von der Versorgung ausschließt. Der Nachwuchs bleibt aus, nicht weil der Beruf keine Zukunft haben könnte, sondern weil die Rahmenbedingungen ihn unattraktiv machen. Und in dieser Situation plant die Bundesregierung ein Gesetz, das die strukturellen Probleme nicht löst, sondern verschärft. Das ist kein gesundheitspolitisches Randthema. Das ist politisches Versagen an einer systemrelevanten Säule der Gesundheitsversorgung. Direkter Dialog statt leerer Appelle.
Andre Laufer (VDB Bundes- und Landesvorsitzender NRW) hat dabei Gespräche gesucht. Unter anderem mit Simone Fischer MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Die Botschaft, die wir übermittelt haben, war eindeutig: Die Heilmittelversorgung braucht jetzt Lösungen: strukturelle, wirtschaftliche, nachhaltige. Keine weiteren Verschlechterungen. Keine weiteren Vertröstungen.

Solche Gespräche entstehen nicht von selbst. Sie entstehen, wenn wir als Berufsgruppe geschlossen auftreten, wenn wir Präsenz zeigen und wenn wir nicht schweigen. Was das für uns als Landesverband NRW bedeutet.
NRW trägt als bevölkerungsreichstes Bundesland eine besondere Verantwortung für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, für die Zukunft unserer Praxen und für den Berufsstand insgesamt. Die gestrige Demonstration war ein Signal.

Kein Abschluss. Wir werden die politischen Entwicklungen der kommenden Wochen und Monate intensiv begleiten, auf Landesebene Druck ausüben und unsere Mitglieder fortlaufend informieren. Der Heilmittelversorgung geht buchstäblich die Luft aus. Schweigen ist keine Option, gestern nicht, heute nicht, morgen nicht.