Hands-off vs. Hands-on
Hands-off-Physios schmeißen dir nur ’ne Langhantel auf den Rücken. Diesen Satz haben wir alle schon gehört.
Und wahrscheinlich haben wir auch schon gespürt, wie sehr er unsere Arbeit verkürzt.
Denn wir wissen: So einfach ist es nicht. Aktive Therapie ist nicht „weniger Therapie“. Sie ist komplexer. Anspruchsvoller. Verantwortlicher.
Was Kolleg:innen sehen und was Patient:innen oft nicht sehen
Von außen wirkt es manchmal simpel: Ein Trainingsplan. Eine Langhantel. Ein paar Übungen. Was darunter liegt, ist unsere eigentliche Arbeit:
🧠 Klinische Entscheidungsfindung
Welche Belastung?
Welche Progression?
Welche Zielstruktur?
Welche Kontraindikationen?
🎯 Erwartungsmanagement
Was ist realistisch?
Was braucht Zeit?
Was ist biologisch plausibel?
💬 Kommunikation und Allianz
Ängste abbauen.
Sicherheitsgefühl aufbauen.
Vertrauen entwickeln.
🔥 Selbstwirksamkeit fördern
Menschen in die Lage versetzen, eigenständig zu handeln, statt sie dauerhaft an uns zu binden.
Aktive Therapie ist kein „Weniger“, sondern ein „Mehr“
Sie verlangt:
Mehr Erklärung
Mehr Planung
Mehr Progressionskontrolle
Mehr Kontextverständnis
Mehr Verantwortung
Load Management ist kein Trendbegriff. Es ist angewandte Trainingslehre im therapeutischen Kontext.
Biopsychosoziales Arbeiten ist kein Buzzword. Es ist die Realität unserer Patient:innen.
Wir sitzen alle im selben Boot
Passive Maßnahmen haben ihre Berechtigung.
Manuelle Therapie hat ihren Platz.
Akutphasen brauchen Regulation.
Aber langfristige Belastbarkeit entsteht durch dosierte Belastung.
Nicht durch Schonung.
Nicht durch Abhängigkeit.
Nicht durch Angstkommunikation.
Unsere gemeinsame Haltung
Wir wollen:
kompetente Patient:innen
transparente Therapieentscheidungen
evidenzbasierte Progression
nachhaltige Ergebnisse
Die Langhantel ist nicht das Statement.
Unser Clinical Reasoning dahinter ist es.
👉 Reha ist Struktur.
👉 Fortschritt ist geplant.
👉 Autonomie ist das Ziel.
Lasst uns, die Diskussion nicht polarisieren, sondern professionalisieren.