Ausbildung in Therapieberufen reformieren

Ausbildung in Therapieberufen reformieren

Reform der Ausbildung in Therapieberufen dringend erforderlich
Berlin, 13. März 2025 – Die Verbände VDP, VDB und DBSV fordern die Bundesregierung auf, die Reform der Gesundheitsfachberufe als vorrangiges Ziel in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. Besonders betroffen sind die Ausbildungen in Physiotherapie, Ergotherapie, Massage und Logopädie. Der akute Fachkräftemangel stellt eine erhebliche Gefahr für die Patientenversorgung dar und erfordert rasches Handeln.

Dramatische Auswirkungen des Fachkräftemangels
Der Mangel an Fachkräften führt bereits heute zu langen Wartezeiten für Patienten. Therapieplätze sind oft erst nach mehreren Wochen verfügbar, und offene Stellen bleiben häufig über sechs Monate unbesetzt. Diese Engpässe belasten das Gesundheitssystem massiv. Dennoch wird die dringend benötigte Reform im aktuellen Sondierungspapier nicht einmal erwähnt.

Petra Witt, Mitglied des VDP-Präsidiums, kritisiert dies scharf:
„Eine erfolgreiche Reform der Gesundheitsberufe ist essenziell, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Versorgungsqualität zu sichern. Sie muss im Koalitionsvertrag als klares Ziel verankert und mit einem nachhaltigen Finanzierungsmodell zügig umgesetzt werden.“

Finanzierung als zentrales Problem
Ein Kernproblem ist die unzureichende Finanzierung der Ausbildung. Wolfgang Oster, stellvertretender Vorsitzender des VDB, fordert daher eine Schulgeldfreiheit sowie eine angemessene Ausbildungsvergütung. Dies würde die Berufe attraktiver machen und mehr Nachwuchskräfte anziehen. Ein einheitliches Ausbildungsbudget für Berufsfachschulen und Praxen – nach dem Vorbild der Reform in der Pflege – könnte eine nachhaltige Lösung sein.

Inklusive Ausbildung und Chancengleichheit
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist der barrierefreie Zugang zu den Gesundheitsberufen. Christiane Möller vom DBSV betont, dass die Ausbildung für Absolventen aller Schulabschlüsse sowie für Menschen mit Sehbehinderungen offen bleiben muss.

Eigenständigkeit der Bildungseinrichtungen bewahren
Da die Mehrheit der Auszubildenden in den Gesundheitsfachberufen an freien Bildungseinrichtungen lernt, muss deren Unabhängigkeit erhalten bleiben. Der VDP schlägt daher eine Teilakademisierung vor, die praxisnahe Qualifikationen, flexible Karrierewege und einen erleichterten Zugang zur Ausbildung ermöglicht.

Forderungen der Verbände an die Politik
Schulgeldfreiheit und angemessene Vergütung zur Steigerung der Attraktivität.
Bundeseinheitliches Ausbildungsbudget nach Vorbild der Pflegeausbildung.
Barrierefreier Zugang für alle Schulabschlüsse und Menschen mit Behinderungen.
Erhalt der freien Bildungseinrichtungen für praxisnahe Ausbildungsmodelle.

Die Politik ist nun gefordert, diese Reform schnell umzusetzen, um die Patientenversorgung langfristig zu sichern. Der VDB wird sich weiterhin mit Nachdruck für eine zukunftsfähige Lösung einsetzen.